Wenn die Verbesserung der Handschrift als ergotherapeutisches Ziel
definiert wurde, beginnt die Befunderhebung immer mit einer
genauen Analyse des Schreibens.
Hierzu wird ein kurzer Text aus der Nähe und der Ferne abgeschrieben. Es folgen ein kurzes Diktat und das Schreiben einer kleinen Geschichte aus der Phantasie.
Dieser Beobachtung liegt eine Strategie zugrunde,
bei der auf Leserlichkeit und Tempo sowie auf Sitzhaltung und den Umgang mit dem Schreibmaterial geachtet wird.
"Wie wirkt sich das Handschriftproblem im Alltag des Kindes aus?"
Durch einen Fragebogen, der vom Lehrer ausgefüllt werden kann, erhalten wir Informationen über den alltäglichen Umgang mit Stift und Papier in der Schule.
Eltern und Kind können in einem Gespräch schildern, wie Schreibaufgaben zu Hause gemeistert werden. Da die Therapiestunde eine künstliche Schreibsituation erzeugt, sind diese Informationen der Wegweiser für die Wahl weiterer Befunderhebungsinstrumente (z.B. feinmotorische Beobachtung, visueller Wahrnehmungstest, etc.)
Die Analyse des Schreibproblems bestimmt den Therapieplan.
Dieser reicht von einer Beratung über Tisch, Stuhl und Schreibgerät bis hin zu einer komplexen Therapie,
bei der neben dem Schreiben auch an zugrunde liegenden Fertigkeiten gearbeitet wird.
Häufig arbeiten wir an manipulativen Fertigkeiten der Hand und visuelle Strategien,
die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Schreiben stehen.
Effektivität
Was ist effektiver? Direktes Schreibtraining oder eine sensomotorische Therapie?
Eine internationale Ergotherapie-Studie beantwortet diese Frage:
Kinder mit Schreibproblemen profitieren mehr von einem Schreibtraining
als von sensomotorischer Therapie.
Bisher steht uns nur ein englischsprachiges Schreibtraining zur Verfügung, dessen Effektivität erwiesen ist. „Handwriting without Tears“ ist ein Training, das uns in der praktischen Anwendung überzeugt. It works!  |